Wandelnde Blätter

Arten für das Terrarium

Von 120 beschriebenen Arten sind nur wenige regelmäßig in Haltung. Zwei davon deckt die Praxis fast vollständig ab.

Wandelnde Blätter werden seit Mitte der 1970er Jahre im Terrarium gepflegt. Die Phasmid Study Group führte anfangs sieben Arten, inzwischen sind viele Arten von mehreren Fundorten in Zucht. Für den Einstieg lohnt es sich trotzdem, bei einer der beiden gut dokumentierten Arten zu bleiben, weil zu allen anderen kaum belastbare Haltungserfahrung veröffentlicht ist.

Phyllium philippinicum

Die Standardart und der übliche Einstieg. Sie stammt von den Philippinen, aus dem Osten der Insel Luzon, und gilt als die am einfachsten zu vermehrende Art unter den derzeit gehaltenen Wandelnden Blättern.

Weibchen65 bis 98 mm lang, Hinterleib 29 bis 41 mm breit
Männchen55 bis 68 mm lang, 15 bis 19 mm breit, flugfähig
Färbunghell- bis dunkelgrün, teils mit brauner Zeichnung
Temperatur22 bis 27 °C
Luftfeuchte60 bis 80 Prozent
FutterBrombeere, auch Eiche oder Guave
Eierrund 5 mm lang, 3 mm breit
Schlupfnach etwa 4 bis 5 Monaten
LebensdauerWeibchen 6 bis 9 Monate, selten bis 1 Jahr. Männchen bis 4 Monate

Frisch geschlüpfte Nymphen sind schwarz bis dunkelbraun mit weißen Rändern und färben sich erst im Laufe der ersten Häutungen grün. Wer zum ersten Mal Nymphen schlüpfen sieht, hält sie leicht für eine andere Art.

Großes Wandelndes Blatt

Pulchriphyllium giganteum, früher als Phyllium giganteum geführt, trägt die PSG-Nummer 72. Die Weibchen erreichen knapp zwölf Zentimeter und gehören damit zu den größten Blattschrecken überhaupt. Die Art stammt von der Malaiischen Halbinsel und aus Borneo, gemeldet ist sie auch aus Thailand und Sumatra. Die Zuchttiere gehen auf Fundorte in den Cameron Highlands und den Tapah Hills in Malaysia zurück.

Weibchenknapp 120 mm
Männchenbis 80 mm, sehr selten
Temperaturmindestens 22 °C, tagsüber 25 bis 33 °C
Luftfeuchte70 bis 80 Prozent
Futterbevorzugt Guave, ersatzweise Eiche im Sommer und Brombeere im Winter
Eierfast schwarz, 8,5 mm lang, rund 34 mg
Schlupfnach etwa 8 Monaten
Entwicklung8 bis 12 Monate bis zum Adulttier
LebensdauerWeibchen 6 bis 10 Monate. Männchen Wochen bis maximal 3 Monate

Die Art pflanzt sich überwiegend durch Jungfernzeugung fort. Männchen treten in reinen Weibchenkulturen selten auf, die Angaben reichen von einem Männchen auf 20 bis 500 Weibchen, im Höchstfall schlüpften über zehn Prozent Männchen.

Wichtig bei dieser Art: frisch geschlüpfte Nymphen sind empfindlich und brauchen ein genau eingehaltenes Klima. Sie dürfen nicht direkt besprüht werden.

Welche Art für den Anfang

Phyllium philippinicum. Sie verlangt weniger Wärme, kommt mit Brombeere als Dauerfutter aus, die Eier schlüpfen nach vier bis fünf statt nach acht Monaten und die Vermehrung gilt als die unkomplizierteste der gehaltenen Arten. Beim Großen Wandelnden Blatt kommen die höhere Temperaturspanne, das Guave-Futter und die empfindlichen Jungtiere zusammen.

Für beide Arten gilt derselbe Aufbau, siehe Terrarium einrichten, und dieselbe Futterlogik, siehe Futterpflanzen.

Quellen