Wandelnde Blätter

Terrarium einrichten

Die wichtigste Zahl ist nicht die Grundfläche, sondern die Höhe. An ihr entscheidet sich, ob die Häutung gelingt.

Wie groß muss es sein

Wandelnde Blätter häuten sich hängend. Sie lassen sich dabei vom Deckel oder von einem Zweig fallen und ziehen sich aus der alten Haut, während sie frei in der Luft hängen. Reicht der Platz darunter nicht, bleibt das Tier in der alten Haut stecken oder verkrüppelt.

Faustregel: die Höhe des Behälters sollte mindestens dem Dreifachen der Körperlänge entsprechen.

Für ein Paar Phyllium philippinicum genügt daraus abgeleitet ein Behälter ab 30 x 30 x 40 Zentimetern. Eine kleine Gruppe steht besser in 40 x 40 x 60 Zentimetern. Beim Großen Wandelnden Blatt mit knapp zwölf Zentimetern Körperlänge muss die Höhe entsprechend mitwachsen.

Belüftung

Ein Glasbecken mit zu kleinen Lüftungsflächen kippt schnell ins Stickige, und stehende feuchte Luft ist der Ausgangspunkt für Schimmel im Bodengrund. Netzkäfige liefern dauerhaft gute Belüftung, ohne dass das Mikroklima darunter leidet, und sind deshalb in der Praxis zuverlässig. Wer im Glasbecken bleibt, braucht große Lüftungsflächen an zwei Seiten.

Temperatur und Luftfeuchte

Beide Werte hängen zusammen und müssen gemeinsam betrachtet werden. Zu warm bei zu trockener Luft ist die häufigste Ursache für Häutungsprobleme, zu feucht bei schlechter Belüftung die häufigste Ursache für Schimmel.

ArtTemperaturLuftfeuchte
Phyllium philippinicum22 bis 27 °C, tagsüber 22 bis 26 °C60 bis 80 %
Großes Wandelndes Blattmindestens 22 °C, tagsüber 25 bis 33 °C70 bis 80 %

Die Feuchte wird über Sprühen geregelt. Ein feiner Sprühnebel reicht in aller Regel aus. Entscheidend ist, dass sich kein Wasser auf den Blättern staut, in dem Nymphen hängen bleiben können. Frisch geschlüpfte Nymphen des Großen Wandelnden Blattes werden gar nicht direkt besprüht.

Bodengrund

Als Bodengrund eignet sich lockere, leicht humose Erde ohne jeden Düngerzusatz, gemischt mit Pinienrinde in einer Körnung bis zehn Millimeter. Etwa zehn Zentimeter Höhe sind üblich.

Der Bodengrund hat eine zweite Aufgabe: die Weibchen legen ihre Eier nicht ab, sondern lassen sie fallen oder schleudern sie weg. Sie landen also im Substrat. Wer züchten will, sucht sie dort regelmäßig heraus, siehe Eier und Zucht. Wer nicht züchten will, muss trotzdem wissen, dass sie da sind.

Ohne Dünger: handelsübliche Blumenerde mit Langzeitdünger ist für Wirbellose ungeeignet. Torffreie, ungedüngte Erde aus dem Terraristikbedarf oder gesiebter Waldboden sind die üblichen Wege.

Brombeerzweige mit Wassertropfen im Terrarium, dahinter Rückwand aus Kork
Frische Zweige sind zugleich Futter, Sitzplatz und Häutungshilfe.

Einrichtung

Die Einrichtung ist schnell erklärt, weil Wandelnde Blätter kaum etwas brauchen außer Futterpflanzen. Die Futterzweige stehen aufrecht im Behälter und dienen gleichzeitig als Sitzplatz, Nahrung und Aufhängepunkt für die Häutung. Deshalb sollten immer genug Zweige bis unter den Deckel reichen.

Wie die Zweige frisch gehalten werden und warum die Öffnung des Wasserbehälters abgedeckt sein muss, steht unter Futterpflanzen. Dieser Punkt ist kein Detail, sondern eine der häufigsten Todesursachen im Becken.

Quellen