Wandelnde Blätter

Häufige Fehler

Die meisten Verluste gehen auf eine Handvoll Ursachen zurück, und fast alle davon werden beim Aufbau entschieden, nicht im laufenden Betrieb.

Das Terrarium ist zu niedrig

Der mit Abstand folgenschwerste Fehler. Wandelnde Blätter häuten sich hängend und brauchen dafür freien Raum unter sich. Als Untergrenze gilt das Dreifache der Körperlänge als Behälterhöhe. Ein Becken, das für ein laufendes Tier großzügig wirkt, kann für die Häutung zu flach sein.

Woran man es merkt: Tiere, die in der alten Haut stecken bleiben, verkrüppelte oder fehlende Beine nach einer Häutung.

Das Wasserglas ist offen

Futterzweige stehen zu Recht wie Schnittblumen im Wasser, damit sie länger halten. Bleibt die Öffnung offen, ertrinken vor allem junge Nymphen darin. Die Öffnung wird abgedeckt, sodass nur die Zweige durchpassen.

Woran man es merkt: Tiere verschwinden spurlos, obwohl das Becken geschlossen ist.

Gedüngte Blumenerde als Bodengrund

Handelsübliche Blumenerde enthält meist Langzeitdünger. Für den Bodengrund eignet sich lockere, leicht humose Erde ohne jeden Düngerzusatz, gemischt mit Pinienrinde.

Zu trockene Luft

Bei 60 bis 80 Prozent Luftfeuchte löst sich die alte Haut sauber. Trockene Zimmerluft im Winter, direkt neben einem Heizkörper, ist die typische Konstellation, in der es kippt.

Woran man es merkt: gehäufte Häutungsprobleme im Winterhalbjahr.

Zu feucht bei schlechter Belüftung

Der Gegenfehler. Wer die Feuchte nur über kräftiges Sprühen in einem dicht geschlossenen Glasbecken hält, bekommt stehende, feuchte Luft und Schimmel im Bodengrund. Ein feiner Sprühnebel und große Lüftungsflächen sind die Lösung, Netzkäfige sind darin besonders zuverlässig.

Ein häutendes Tier anfassen

Während der Häutung darf das Tier nicht umgesetzt, berührt oder besprüht werden. Jede Störung kann dazu führen, dass ein Bein in der alten Haut bleibt.

Frisch geschlüpfte Nymphen direkt besprühen

Beim Großen Wandelnden Blatt gilt das ausdrücklich: frisch geschlüpfte Nymphen sind empfindlich, brauchen ein genau eingehaltenes Klima und werden nicht direkt besprüht.

Belastete Futterpflanzen

Zweige von Straßenrändern, aus gespritzten Anlagen oder aus dem Blumenhandel können Rückstände tragen. Gesammelt wird abseits solcher Flächen, und Rosen kommen nur aus dem eigenen, ungespritzten Garten.

Die Eier werden übersehen

Ein Weibchen legt im Lauf seines Lebens 100 bis 300 Eier, die einfach in den Bodengrund fallen. Wer keine Nachzucht plant, hat sie trotzdem. Diese Frage sollte vor der Anschaffung geklärt sein, nicht danach. Näheres unter Eier und Zucht.

Quellen