Können Wandelnde Blätter fliegen?
Nur die Männchen. Sie haben voll entwickelte, durchsichtige Hinterflügel und sind zu mehr oder weniger kurzen Flügen in der Lage. Bei den Weibchen fehlen die Hinterflügel oder sind verkümmert, sie können nicht fliegen. Das ist zugleich das sicherste Unterscheidungsmerkmal bei ausgewachsenen Tieren, siehe Steckbrief.
Sind Wandelnde Blätter giftig?
Nein. Sie sind weder für Menschen noch für Haustiere giftig, sie beißen nicht und gelten nicht als Krankheitsüberträger. Ihre Verteidigung besteht ausschließlich aus Tarnung: bei Störung schaukeln sie wie ein Blatt im Wind oder stellen sich tot.
Anfassen ist mit Geduld möglich. Sinnvoll ist es trotzdem selten, weil die Tiere leicht Beine verlieren. Während einer Häutung ist es tabu.
Wie alt werden Wandelnde Blätter?
Bei Phyllium philippinicum leben Weibchen als ausgewachsenes Tier sechs bis neun Monate, im Ausnahmefall bis zu einem Jahr. Männchen erreichen bis zu vier Monate. Beim Großen Wandelnden Blatt sind es sechs bis zehn Monate bei den Weibchen und nur Wochen bis maximal drei Monate bei den Männchen.
Dazu kommt die Entwicklungszeit vom Schlupf bis zum ausgewachsenen Tier: vier bis acht Monate, beim Großen Wandelnden Blatt acht bis zwölf.
Wie oft häuten sie sich?
Weibchen sechsmal, Männchen viermal. Die abgestreifte Haut wird anschließend meist gefressen. Was bei der Häutung schiefgehen kann, steht unter Häutung und Entwicklung.
Wie viele Eier legt ein Weibchen?
Ein bis drei Eier pro Woche, über das ganze Leben je nach Art 100 bis 300 Stück. Die Ablage beginnt drei bis vier Wochen nach der letzten Häutung. Die Eier werden nicht abgelegt, sondern fallen gelassen oder weggeschleudert und landen im Bodengrund.
Brauche ich ein Männchen für Nachwuchs?
Nein. Wandelnde Blätter können sich durch Jungfernzeugung fortpflanzen, aus unbefruchteten Eiern schlüpfen Weibchen. Beim Großen Wandelnden Blatt ist das sogar der Normalfall, dort kommt statistisch nur ein Männchen auf 20 bis 500 Weibchen. Näheres unter Eier und Zucht.
Wie groß muss das Terrarium sein?
Entscheidend ist die Höhe: mindestens das Dreifache der Körperlänge, weil sich die Tiere hängend häuten. Für ein Paar Phyllium philippinicum reicht damit ein Behälter ab 30 x 30 x 40 Zentimetern, für eine kleine Gruppe sind 40 x 40 x 60 Zentimeter üblich.
Was fressen sie im Winter?
Brombeere. Die Wildformen der Brom- und Himbeeren behalten im Winter ihre Blätter und sind damit praktisch ganzjährig verfügbar. Details und Sammelhinweise unter Futterpflanzen.
Welche Art eignet sich für den Anfang?
Phyllium philippinicum. Sie gilt als die am einfachsten zu vermehrende der derzeit gehaltenen Arten, kommt mit Brombeere als Dauerfutter aus und braucht mit 22 bis 27 °C weniger Wärme als das Große Wandelnde Blatt. Der Vergleich steht unter Arten für das Terrarium.
Sind sie etwas für Kinder?
Die Tiere beißen nicht und sind ungiftig, insofern spricht nichts dagegen, dass Kinder bei der Pflege helfen. Zwei Punkte sollten Erwachsene aber übernehmen: das regelmäßige Beschaffen von frischem Laub, auch im Winter, und die Entscheidung, wohin die 100 bis 300 Eier je Weibchen gehen.
Quellen
- Wandelnde Blätter, Wikipedia
- Phyllium philippinicum, Wikipedia
- Großes Wandelndes Blatt, Wikipedia
- Wandelnde Blätter: Tarnungskünstler im Terrarium, zooplus Magazin
- Wandelndes Blatt: Herkunft, Aussehen und Haltung, ZooRoyal Magazin
- Wandelndes Blatt im Terrarium, drta-archiv.de